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Anfang Mai 2026 haben wir unsere Bestandsimmobilie in der Frankfurter Schäfergasse an den neuen Hauptmieter Caritas übergeben. Aus einem leeren Bürohaus von 1994 ist ein modernes, soziales Wohnprojekt mit ​66 Wohnungen geworden – ganz ohne Abriss und unter Erhalt der bestehenden Konstruktion. Ein guter Anlass, um zu zeigen, warum dieser Weg für hausInvest mehr ist als ein Einzelfall. 
 

Zwei Herausforderungen, eine Antwort  

Der deutsche Büromarkt ist seit einigen Jahren in Bewegung. Nach einem Bericht der Bundesregierung stieg die Leerstandsquote in den großen Büromärkten von rund 2 Prozent im Jahr 2019 auf 5,6 Prozent im Jahr 2024. Das entspricht etwa 11 Millionen Quadratmetern ungenutzter Fläche.1 Betroffen sind vor allem ältere Gebäude, die heutigen Ansprüchen an Lage und Ausstattung nicht mehr genügen.

Gleichzeitig mangelt es an Wohnraum. Das Pestel-Institut zählte Ende 2024 bundesweit rund 1,4 Millionen fehlende Wohnungen.2 In deutschen Großstädten lebten 2025 fast 17 Prozent der Menschen in überbelegten Wohnungen.3 Zwei gegenläufige Entwicklungen, und ein Gebäude, das für beides einen Lösungsansatz liefern kann.


Warum sich Umnutzung lohnt

Bei der Schäfergasse war der Anstoß konkret: Die Mietverträge der Büronutzer liefen aus, und wegen des Alters und der schwachen Energieeffizienz des Objekts war eine grundlegende Sanierung ohnehin fällig. Statt die Räume erneut als Büros herzurichten, fiel die Entscheidung für eine zukunftsorientierte Umnutzung.

Damit liegt das Projekt im Trend. Auch der Bund setzt inzwischen auf Umwidmung: Mit dem Programm „Gewerbe zu Wohnen" fördert er ab Juli 2026 den Umbau leerstehender Nichtwohngebäude zu Wohnungen und stellt dafür rund 300 Millionen Euro bereit.4 Allein in den sieben größten Städten gelten nach Angaben des zuständigen Ministeriums rund 1,8 Millionen Quadratmeter Bürofläche als für eine Umwidmung geeignet.4

Hinzu kommt der Klimaschutz-Aspekt: wer die bestehende Konstruktion erhält, spart die sogenannte graue Energie, die für einen Neubau und die Produktion von Beton der Wände und Fundamente entstehen würde. Eine Auswertung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zeigt, dass die bauwerksbezogenen CO₂-Emissionen bei Sanierungen im Mittel um den Faktor 2,4 niedriger liegen als bei Neubauten.5 

 

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Revitalisierung statt Abriss

Bei der Schäfergasse sprach vieles für den Erhalt der Bausubstanz: Der Bebauungsplan ließ die Wohnnutzung zu, die vorhandene Struktur nutzte das Grundstück gut aus, und ein vollständiger Abriss wäre in der dichten Innenstadtlage, nur wenige Schritte nördlich der Einkaufsmeile Zeil, teuer und aufwendig gewesen. Wir entschieden uns deshalb für eine Revitalisierung unter Erhalt der Bausubstanz. 

Das zeigt sich an der Gebäudehülle: Die neue Fassade ist modular aufgebaut. Ein intelligentes Verschlusssystem erlaubt es, Bauteile später zerstörungsfrei auszubauen und wiederzuverwenden. Im Inneren wurden die Räume vollständig neu zugeschnitten und energetisch saniert, mit dem Ziel, hochwertige Wohnungen zu schaffen, die preislich sozialverträglich bleiben.

Soziales Wohnen nach hohen Effizienzstandards

Nach Abschluss der Bauarbeiten im Frühjahr 2026 ist ein Wohngebäude mit 66 Wohnungen zwischen 20 und 55 Quadratmetern entstanden, verteilt auf sieben Wohngeschosse. Hauptmieter ist die Caritas, die das Haus als soziales Wohnprojekt betreibt – mit Beratungsräumen und einem Begegnungscafé im Erdgeschoss, das sich auch der Nachbarschaft öffnet. Ein Teil der Wohnungen ist barrierefrei, darunter eine rollstuhlgerechte Einheit.

Technisch gesehen ist aus einer Büroimmobilie mit Standards aus den 1990er-Jahren ein hochmodernes, energieeffizientes Gebäude geworden. Eine Solarfassade und Photovoltaik auf dem Dach, eine Luftwärmepumpe, Fassadenbegrünung und ein Dachgarten bilden das Energiekonzept. Den Betrieb optimiert eine KI-gestützte Steuerung. Für das Projekt wurden wir 2024 mit dem RealGreen Award ausgezeichnet.

Key Facts: Schäfergasse 33, Frankfurt am Main

  • Nutzung: Wohnen, soziales Wohnprojekt der Caritas
  • Im Portfolio seit: 2019
  • Mietfläche: 2.228 qm
  • Wohneinheiten: 66 (20 bis 55 qm)
  • Baujahr: 1994
  • Rück- / Umbau: Januar 2024 bis April 2026
  • Übergabe an Hauptmieter Caritas: Mai 2026
  • Auszeichnung: RealGreen Award 2024 

Was die Schäfergasse für hausInvest zeigt


Die Schäfergasse steht für eine Strategie, die sich durch das Portfolio von hausInvest zieht: Bestände aktiv weiterentwickeln, statt sie nur zu verwalten. Aus einer Büroimmobilie, die als Top-Standort nicht mehr funktioniert hätte, ist eine gefragte Wohnlage geworden, mit Geschäften und Arztpraxen in direkter Nähe und sehr guter Anbindung an den Nahverkehr. 

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Für Anleger:innen mit Fokus auf langfristige Wirkung verbindet das Projekt den Erhalt der Bausubstanz als ökologischen Beitrag mit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in zentraler Lage.

Das Zusammenspiel so vieler Faktoren im Redevelopment der Schäfergasse macht es zugleich herausfordernd, aber eben auch ungemein spannend. In mancher Hinsicht wird das Projekt bestimmt zur Blaupause für unser Portfolio.
Nils Kugler
Junior Technischer Projektleiter Redevelopment & Technology

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1https://www.haufe.de/immobilien/wirtschaft-politik/foerderprogramm-gewerbe-zu-wohnen_84342_658820.html

2Pestel-Institut zum Wohnungsmangel, berichtet von ZDFheute, 14.01.2026 https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/studie-wohnungsmangel-rekordstand-100.html

3Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung zu überbelegten Wohnungen, 11.05.2026. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_N030_63.html

4https://www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2026/04/gzw.html

5https://www.haufe.de/immobilien/wirtschaft-politik/gruene-wende-am-bau-alte-gebaeude-neue-chancen_84342_536558.html